Chronik

Geschichte zum „Hufeisen- und Plattenwerfen“


Ein Freizeitsport, der so alt ist wie das Hufeisen selbst. Die antiken Römer sowie die Kreuzritter
beschlugen Ihre Pferde auf ihren Feld- und Kreuzzügen mit Hufeisen um die langen Märsche
gut zu überstehen. Das Werfen mit den handlichen Hufeisen wurde zu einem kleinen
Spielvergnügen im oft eintönigen Lagerleben.

Es ist somit ein sehr altes überliefertes Brauchtum und hat auch in den Alpenländern eine uralte
Tradition und Geschichte. Im Wandel der Jahrhunderte wurde aus dem Hufeisenwerfen ein
ernstzunehmender Freizeitsport. In Salzburg hat sich im Laufe des letzten Jahrhunderts daraus
das Plattenwerfen entwickelt. Durch entsprechende Regelwerke wurde diese Sportart der heutigen
Zeit angepasst.

Viele Plattenwerfervereine wurden in den 70er und 80er Jahren in Salzburg bei der Behörde
angemeldet und so entstand1990 der Salzburger Landesverband des Plattenwerfersportes,
der seither sehr erfolgreich Salzburger Meisterschaften ausrichtet und für den Weiterbestand
dieses Freizeitsportes mit den Vereinen sorgt.

 

Plattenwerferclub Niedernsill seit 1982

Am 25.Okt. 1982 wurde der Niedernsiller Plattenwerferverein gegründet.
Gründungsobmann war Entleitner Peter.
Verschiedene Prä-Werfen waren die Höhepunkte im Gründungsjahr.  
Bereits 1983 bis 1989 fuhren Mannschaften zur Brauchtums Landesmeisterschaft.
1990 wurde der Salzburger Landesverband im Plattenwerfen gegründet und
das bis heute gültige Sportplattenwerfen eingeführt.
1993 erfolgte der Beitritt zur Sportunion und eine Jugendmannschaft wurde gegründet. 


Die Wurfgeräte sind vielfältige, speziell angefertigte Geräte aus gehärtetem Stahl, unterschiedlich
in der Form, in Hufeisenform oder runde und abgeschrägte Metallplatten, mit einem erlaubten
Durchmesser von höchstens 19 cm. Durch die Wurfweite von 18 m sind bei den Hufeisen und
Sportplatten gewichtsmäßig Grenzen gesetzt, im Normalfall ist das Gewicht bei ca. 1kg bis 1,3 kg.
Der Zielpunkt ist ein Holzwürfel den man „Dozen“ nennt. Es ist ein Würfel mit 8 cm
Kantenlänge und sollte sich farblich gut sichtbar vom Grasboden abheben. Als Wettkampfplatz
für zwei Mannschaften ist ein Stück ebene Wiese erforderlich, ca. 5 m breit und etwa 30 m lang.
Vom Bewegungsablauf her ist das Hufeisen- und Plattenwerfen dem Kegel- oder Stocksport sehr
ähnlich, ist aber von der Schwierigkeit her höher einzustufen, da man nicht nur die Richtung beachten muss,
sondern auch auf den Punkt genau zu werfen hat. Als Bewertungsmodus hat sich die olympische
Zählweise durchgesetzt. Der Ehrgeiz ist natürlich sehr groß und es erfordert viel Übung und Training,
um bei Wettbewerben ganz vorne mitmischen zu können und durch die stundenlange Dauer eines
Turnieres erfordert es auch eine gute körperliche Belastbarkeit und Ausdauer.


In Österreich wird seit vielen Jahren auch der Bundesmeister  ermittelt. Aber auch bei hart umkämpften
Turnieren zwischen Salzburg und Bayern gibt es schon lange keine Grenzen mehr.


Wichtige Faktoren sind Freude und Entspannung und dass „Jung“ und „Alt“ gemeinsam Spaß an diesem
Freiluftsport haben. Dass man diesen Sport vor allem kostengünstig betreiben kann, ist ein
schwerwiegendes Argument, das zusätzlich für den Plattenwerfersport spricht.
Der Niedernsiller Plattenwerferclub hat sich zur Aufgabe gemacht, diese zur alpenländischen Volkskultur
zählende Freizeitsportart zu erhalten, zu fördern und sich für den Weiterbestand des Hufeisen- und
Plattenwerfersportes voll einzusetzen.